Jun 11
13
“Gut, dass es dieses Jahr nur 2 Absteiger gab…”
Wie schon in der Winterpause nehmen heimische Fußballtrainer das Abgelaufene unter die Lupe und ziehen ein Fazit. Den Anfang macht Markus Laußmann, der den Bezirksligisten Königsborner SV trainiert.
“Nachdem nun alle Entscheidungen in den verschiedenen Ligen gefallen sind, wollen wir einmal die abgelaufene Saison unserer heimischen Bezirksliga unter die Lupe nehmen.
Endlich geschafft
Nach 3 jeweils knapp verfehlten Anläufen in den vergangenen Jahren ist es nun endlich vollbracht: Der SV Holzwickede hat bereits 2 Spieltage vor Saisonende die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die Landesliga geschafft. Wer am Ende die meisten Tore geschossen, die wenigsten kassiert, ebenso die meisten Spiele gewonnen und die wenigsten verloren hat, zudem noch die beste Heim- und Auswärtsmannschaft stellt, hat sich den Platz an der Sonne mehr als verdient. Dieses Jahr gab es in der Tat keine Mannschaft in der Liga, die den HSV gefährlich werden konnte. Auch von dieser Stelle nochmals Herzlichen Glückwunsch an die Spielvereinigung und an alle Beteiligten, die für das Meisterstück verantwortlich waren.
Verfolger
Als hartnäckigster Verfolger zeigte sich die Überraschungself aus Dortmund, der SV Brackel 06. Lange Zeit konnte die junge Mannschaft dem Liga-Primus aus Holzwickede Paroli bieten, doch am Ende setzte sich die Erfahrung und individuelle Klasse durch. Schließlich belegte die Elf aus dem Dortmunder Vorort den 3. Tabellenplatz, da sich der Lüner SV mit einer furiosen Rückrunde –die letzten 13 Spiele wurden alle gewonnen- noch im Endspurt den Vize-Titel sicherte. Übrigens hat es der Lüner SV als einzige Mannschaft geschafft, kein einziges Mal in 28 Liga-Spielen unentschieden zu spielen.
Als weitere Verfolger –wenn man davon überhaupt noch reden kann- sind die Mannschaften aus Nordkirchen, Kamen und Schüren zu nennen, wobei der viertplatzierte FC Nordkirchen mit 20 Punkten Rückstand auf Holzwickede auch schon im Laufe der Saison schnell abgeschlagen war.
Von unserem heimischen Verein VfL Kamen wurde nach der durchaus zufriedenstellenden Hinrunde noch eine Aufholjagd zur Rückrunde und ein Zweikampf um die Meisterschaft erwartet. Im neuen Jahr wurden allerdings gleich die Spiele gegen Kaiserau, Königsborn und Nordkirchen verloren, so dass sich das Thema Aufstieg spätestens nach diesen Niederlagen erledigt hat.
Zufrieden oder nicht?
Als „Mittelfeld-Spitzenreiter“ darf sich der SUS Kaiserau fühlen, der mit 41 Punkten den 7. Tabellenplatz bekleidet. Die junge Mannschaft konnte in der Rückrunde ihre Leistung stabilisieren und somit eine mehr als zufriedenstellende Serie spielen.
Zufriedenheit herrscht sicherlich auch bei den Clubs aus Südkirchen und unseren Dortmunder Nachbarn aus Scharnhorst, Husen-Kurl und Körne. Die beiden letztgenannten Vereine gehören sicherlich zu den Gewinnern der Saison. Husen-Kurl als Aufsteiger und vor allem Körne, wo ein kompletter Kader den Verein verließ, zählten zu den meist genannten Abstiegskandidaten. Lohn für die gute Arbeit war dann Platz 10 bzw. 12.
Für Unzufriedenheit im eigenen Lager und für eine dicke Überraschung –allerdings in negativer Hinsicht- sorgten die Phönix-Kicker aus Eving. Mit spektakulären Neuzugängen vor der Saison, die überwiegend aus höheren Klassen verpflichtet wurden, galt Phoenix bei den Experten als heißer Anwärter um den Aufstieg. Stattdessen trudelte Eving den Abstiegsplätzen entgegen und konnte am Ende froh sein, dass es dieses Jahr nur 2 Absteiger gab.
Auf ein Neues
Was bereits in der Hinrunde abzusehen war, wurde in der Rückrunde bestätigt. Der BSV Heeren und SuS Derne müssen den bitteren Gang in die Kreisliga antreten. Dass es ausgerechnet einen Verein aus unserer Region erwischt, ist wirklich schade, allerdings hat es sich im Laufe der Saison rasch abgezeichnet. Der BSV Heeren hat in der Rückrunde keinen einzigen Punkt geholt. Über 100 kassierte Tore und zudem ein Abstand von zuletzt 18 Punkten zum rettenden Ufer sprechen eine deutliche Sprache. Trotzdem sollte man den Aktiven Respekt zollen, die bis zum Schluss dabei geblieben sind und sich immer zur Verfügung gestellt haben. Hier kann es zukünftig nur heißen: „Auf ein Neues“ .
Glück gehabt
Gut, dass es dieses Jahr nur 2 Absteiger gab…! Aufatmen bei meinem Lieblingsverein, dem Königsborner SV. Viel hatte man sich zur Rückrunde vorgenommen, wo die Hinrunde doch schon mehr als durchwachsen war. Zu Beginn der Frühjahrsrunde lief es auch recht vielversprechend. Mit einem glatten 3:0 Sieg gegen den VfL Kamen und einer ansprechenden Leistung gegen Holzwickede, wo es eine knappe 1:2 Niederlage gab, konnte man zufrieden sein. Auch durch den knappen Sieg gegen Scharnhorst (2:1) oder den Kantersieg gegen Derne (8:2) konnten die nötigen Punkte eingefahren werden. Was aber dann geleistet wurde, kann sich bis heute niemand erklären. Vielleicht war es schon die Sicherheit, nicht mehr absteigen zu können, die zu den einfach nur schwachen Vorstellungen der Mannschaft beitrug. Das darf allerdings für die Spieler bzw. Trainer keine Ausrede sein. Das Saisonziel, da gibt es nichts zu beschönigen, wurde nicht erreicht. Der drittletzte Platz in der Tabelle und nur nicht abzusteigen, weil 2 Mannschaften „noch schwächer“ sind, kann und darf nicht der Anspruch des KSV sein. Dafür wird zu viel investiert: Nicht an (finanziellen) Mitteln, sondern an harter Arbeit und Herzblut. Die gut funktionierende Führungsetage mit ihren vielen Helferinnen und Helfern, die beste Physio-Abteilung mit Kamil Woditsch, der eifrige Co-Trainer Salvatore sowie die Betreuer um „Waldi“ und nicht zuletzt auch die Mannschaft mit Trainer haben sicherlich besseres verdient, als das sportliche Abschneiden in der abgelaufenen Saison. Auch hier noch einmal ein besonderer Dank an alle Beteiligten in Königsborn, die der Mannschaft und dem Verein immer zur Seite standen. Ziel nicht erreicht? Was ist zu tun? Wie im richtigen Leben gibt es nun einmal Rückschläge. Hier gilt es zu analysieren, um Fehlerquellen aufzudecken; zu reagieren, um diese zukünftig zu unterlassen, und neue Ziele setzen, um diese dann (endlich) zu erreichen. Daran werden wir –insbesondere Mannschaft und Trainer- hart arbeiten.
Nur gut, dass wenigstens die 2. und 3. Mannschaft des Königsborner SV auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken können. Die 2. Mannschaft schaffte den direkten Wiederaufstieg in die Kreisliga A und unsere 3. Mannschaft den erhofften Klassenerhalt in der B-Liga. So ist der KSV in der nächsten Saison mit einer Bezirksliga-, einer Kreisliga A- und einer Kreisliga B-Mannschaft bestens aufgestellt.
Zum Schluss
Insgesamt gesehen war die Saison sicherlich nicht gerade von Spannung geprägt, dafür waren zu wenig Mannschaften im Auf-bzw. Abstiegskampf verwickelt. Oben wie unten in der Tabelle waren doch recht frühzeitig die Entscheidungen gefallen. Trotzdem gab es auch wieder attraktive Spiele mit überraschenden Ergebnissen und tollen Offensivfußball mit vielen Toren. Alles das worauf wir uns in der nächsten Saison wieder freuen dürfen und was die schönste Nebensache der Welt eben ausmacht…!”
Schöne Sommer- und Urlaubzeit!
Sportlichen Gruß
Markus Laußmann (Trainer Königsborner SV)









