Okt 10
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VfL gegen HSV: Das Topspiel endet torlos

VfL Kamen – SV Holzwickede 0:0. Beste Voraussetzungen für ein Spitzenspiel: Ein frisch gemähter Rasen im Jahnstadion, wo gut 400 Zuschauer bei wunderbarem Herbstwetter dem Spitzenspiel der Bezirksliga 8 entgegenfieberten. Allein die beiden Kontrahenten konnten sich nicht recht für mitreißenden Fußball erwärmen.
Vor der Partie hatten sowohl der VfL als auch die HSV den Gegner gelobt und auf die Stärken des jeweils anderen verwiesen. Im Spiel selber wurde schnell deutlich, mit wie viel Respekt man sich gegenübertrat. Es blieb über weite Strecken nur Stückwerk, was die beiden Titelaspiranten produzierten. Das Mittelfeld fand auf beiden Seiten kaum statt, meist bevorzugte man lange Bälle aus der Defensive, die jedoch in den Spitzen allzu selten einen willigen Abnehmer fanden. Wenn der Ball doch ankam, landete dann der zweite Ball beim Gegner. Dieses einfache Muster mochte so recht niemandem goutieren, doch – so sah es auch HSV-Coach „Kalla“ Lösbrock – können die Holzwickeder als Auswärtsmannschaft mit dem Punktgewinn wohl besser leben.
In den ersten 45 Minuten gab es kaum eine Torchance zu bewundern. Holzwickedes Mirsad Gutic hatte mit Wohlwollen betrachtet zwei Halbchancen, vergab jedoch beide Einschussmöglichkeiten. Nach dem Wechsel lief es hüben wie drüben besser, es ergaben sich Torraumszenen. Direkt nach Wiederanpfiff setzte Hendrik Huneke für die HSV zum Seitfallzieher an, doch Kamens Keeper Martin Kapusta war auf dem Posten. In der 49. Minute zog Kamens Torjäger Marcel Stutter in seiner ihm eigenen Manier mit Tempo aufs Tor, seinen kraftvollen Abschluss konnte Amir Halilovic entschärfen. Fünf Zeigerumdrehungen später hatte der kleine Ali Yildiz für Kamen die Führung auf dem Schlappen, doch auch er scheiterte aus kurzer Distanz nach einer Ecke an Halilovic. Chancen auf beiden Seiten also, doch es blieb ein überschaubares Niveau. Positiv fielen vor allem beide Defensivverbände ins Auge.
Für Kamen machte so Sven König ein sehr gutes Spiel, auf Seiten der HSV waren Dennis Gerleve und Ahmet Aktas immer wieder hellwach, wenn es darauf ankam. Bezeichnend, dass die beiden letzten Möglichkeiten der ausgeglichenen Partie jeweils aus der Distanz aufs Tor gezogen wurden. Than Tan Tran fand jedoch in Kapusta seinen Meister, Stutters Schuss wurde noch geblockt und zur Ecke geklärt.
VfL: Kapusta, König, Yildiz, Tekkanat, P. Szymaniak, M. Szymaniak (77. Dumanli), Demir (84. Göcer), Kaczmarek, Dündar, Oezkan, Stutter.
HSV: Halilovic, Gerleve, Kandler, Devoli, Gutic, Aktas, Huneke (64. Wulf), Hesse, Kaiser, Tan Tran, Rothholz.
Tore: Fehlanzeige.
Stimmen zum Spiel:
Ralf Dreier, in der letzten Saison noch Meister mit dem SV Herbern, sah sich in seiner Prognose bestätigt: „Beide Teams hatten zu viel Respekt voreinander. Es war ein von Taktik geprägtes Spiel, das nur durch einen Standard einen Torerfolg hätte verbuchen können. Für die HSV ist das Ergebnis in Ordnung, die mussten nicht gewinnen. Von Kamen hätte ich mehr Willen erwartet“, so der „Meistermacher“ der vergangenen Saison. Dreier fasste damit die Partie gut zusammen, und schloss ebenso weise: „Es ist ja nichts passiert. Der Abstand auf die Spitze bleibt der gleiche.“
Hüsrev Sentürk (Trainer des VfL Kamen): „Ein gerechtes Ergebnis. Wir haben zwei Teams auf Augenhöhe gesehen. Die ganz klaren Chancen haben auf beiden Seiten gefehlt. Das Mittelfedl war nicht im Spiel, was sicherlich auch Ergebnis des Respekts der beiden Mannschaften voreinander war. Schade, dass wir, wenn die langen Bälle beim Stutter gelandet sind, nicht nachgerückt sind und so Anspielstationen geschaffen haben. Ich denke, der Punktgewinn geht für beide Seiten in Ordnung und entspricht auch dem Spielverlauf.“
„Kalla“ Lösbrock (Coach der SV Holzwickede): „Beide Teams hatten die gleichen Spielanteile, deshalb geht das Unentschieden völlig in Ordnung. Auch nach Chancen war es ausgeglichen. Man hat den Respekt der Spieler voreinander deutlich sehen können. Ich kann mit dem Punktgewinn sehr gut leben, denn wir hatten hier ein Auswärtsspiel, mussten also nicht agieren. Wir haben auch nicht offensiver spielen wollen, denn warum sollten wir dem VfL die Konterchancen bieten? Es war ein Signal für die kommenden Wochen.“








